Tranexamsäure (TXA) bei Epistaxis
Metaanalyse mit einer Auswertung von 169 auf PubMed geführen Studien bzw. Fach-Publikationen zur Behandlung von Thema Nasenbluten / Epistaxis mittels topisch / lokaler Anwendung von Tranexamsäure. Die Erhebung wurde unter Zuhilfenahme von AI erstellt, Stand 07/2026. Die Auswertung erfolgt insbesondere unter der Prämisse der eingeschränkten Möglichkeiten in der präklinischen Notfallmedizin, mit Settings, bei denen die nasale Kauterisation und erweiterte Tamponade-Techniken (zum Beispiel Verfahren wie die nasale Endoskopie sowie invasivere Ansätze wie die endoskopische Ligatur der A. sphenopalatina) anders als im klinischen Setting nicht verfügbar sind.
Für akute anteriore Epistaxis als Notfall-Szenario besteht berwiegend positive RCT-Evidenz, topisches TXA beschleunigt die Blutstillung und senkt die Rebleeding Rate gegenüber Nasentamponade oder Placebo, u.a. bei Patienten unter Antikoagulation/Thrombozytenaggregationshemmern (Zahed et al. 2017/2018, n=124).
Die einzige große, methodisch strenge Gegenevidenz ist die multizentrische NoPAC-Studie 2021 (n=496), die keinen signifikanten Vorteil ggü. Placebo bezüglich Vermeidung einer Tamponade fand.
Fazit: topisch/lokale TXA-Anwendung kann bei akuter anteriorer Epistaxis als risikoarme, kostengünstige Zusatzmaßnahme empfohlen werden, insbesondere vor oder anstelle einer Tamponade – die Mehrheit der RCTs und Metaanalysen stützt einen Nutzen bei vertretbarem Sicherheitsprofil. Als verlässliche Standardtherapie zur langfristigen Reduktion rezidivierender Blutungen (z.B. bei hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT)) ist die Evidenz hingegen unzureichend, und die größte methodisch hochwertige Studie (NoPAC) relativiert den erwarteten Effekt bezüglich Tamponadevermeidung. Insgesamt also: eher empfohlen als Zusatzoption bei akuter Blutung, aber nicht als evidenzbasierter Goldstandard mit garantiertem Effekt.
vgl. auch TXA in Medikamente
Tranexamsäure (TXA) bei Epistaxis – Studienübersicht